Forschung

Die Mitarbeiter des Lehrstuhls bearbeiten eine Vielzahl unterschiedlicher Projekte, die im Folgenden vorgestellt werden.

Informationen zu weiteren Forschungsaktivitäten finden Sie hier:

 

Forschungsprojekte

Asymmetrische Informationen im privaten Krankenversicherungsmarkt. Im Rahmen dieses Projekts werden die Relevanz und die Auswirkungen von Informationsasymmetrien zwischen Kunden und Versicherungsunternehmen im Krankenversicherungsmarkt untersucht. Ein wegweisender Artikel von Rothschild und Stiglitz (1976) hat gezeigt, dass unbeobachtbare Unterschiede zwischen Kunden mit erheblichen Effizienzverlusten einhergehen können. Neuere Literatur versucht die Relevanz dieser Verluste mit Hilfe moderner ökonometrischer Methoden zu evaluieren. Unser Projekt stellt eine Anwendung auf den privaten Krankenversicherungsmarkt in Deutschland dar. Auf Basis von Stammdaten eines großen deutschen Versicherungsunternehmens schätzen wir den Grad der Informationsasymmetrie und ihre Auswirkungen auf die Konsumentenwohlfahrt. Dieses Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit Nicolas Ziebarth, der an der Cornell University arbeitet.

Bevölkerungsalterung und Alterspflege. Gegenstand dieses Projekts sind die Folgen des demografischen Wandels für die Bereitstellung und Finanzierung von Pflegeleistungen für ältere Leute. Ein Kernpunkt ist die „Red Herring“-Hypothese, nach welcher Pflegebedürfnisse zeitlich verschoben werden, wenn die Lebenserwartung zunimmt. Darüber hinaus werden die Auswirkungen verschiedener Finanzierungsmechanismen öffentlicher Gelder in Zusammenarbeit mit Kollegen an der Cass Business School (London) und der Universität Oslo analysiert.

Frühkindliche Bedingungen und Folgen für das spätere Leben. Ein wachsender Literaturzweig untersucht die sogenannte Barker-Hypothese, nach welcher die äußeren Bedingungen während der Schwangerschaft und frühen Kindheit weitreichende Konsequenzen für das gesamte spätere Leben haben. Ökonomen führen die Analyse sogar noch einen Schritt weiter, indem sie untersuchen, ob die Bedingungen im Mutterleib und der frühen Kindheit Einflüsse auf den sozioökonomischen Status im Erwachsenenalter haben. Auf Basis administrativer Daten für Schweden untersuchen wir in diesem Projekt, ob Politikinterventionen und andere externe Umstände während der 1930er und 1940er Jahre Einflüsse auf die Bedingungen des späteren Lebens haben, z.B. auf Bildungserwerb, Arbeitsmarkterfolg oder die Gesundheit der Kohorten, die während der betrachteten Intervention im Mutterleib waren bzw. das erste Lebensjahr noch nicht erreicht hatten. Dieses Projekt wird von der Schwedischen Stiftung Riksbankens Jubileumsfond finanziert und in Zusammenarbeit mit Sonia Bhalotra (University of Essex) und Therese Nilsson (Lund University) durchgeführt.

Die ökonomischen Kosten von Krankheit. Ziel dieses Projekts ist die Analyse der ökonomischen Auswirkungen der spanischen Grippepandemie von 1918 mit Hilfe von mikro- und makroökonomischen Methoden. Im Einzelnen untersuchen wir a) sozioökonomische Unterschiede in der Grippebelastung sowie die Rolle von Vermeidungsverhalten; b) die lang- und kurzfristigen Effekte der Grippeerkrankung während der Schwangerschaft mit besonderem Fokus auf sozioökonomischen Unterschieden sowie den Reaktionen der Eltern; c) den Einfluss der Pandemie auf makroökonomische Größen wie Einkommen, Kapitalerträge und Armutsraten. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt und in Zusammenarbeit mit Therese Nilsson (Lund University) und Stefan Pichler (ETH Zürich) durchgeführt. (siehe Artikel erschienen im Campus:Report 3|14: "Link")

Klimawandel, Umweltverschmutzung und Gesundheit. In diesem Projekt analysieren wir die Auswirkungen des Klimawandels und anderer Umweltfaktoren aus gesundheitsökonomischer Sicht. Auf Basis von hochqualitativen administrativen Datensätzen für Deutschland schätzen wir den Einfluss extremer Wettererscheinungen auf verschiedene Gesundheitsvariablen wie Sterberaten, Krankenhausaufenthalte und körperliche Einschränkungen. Auch dieses Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit Professor Nicolas Ziebarth von der Cornell University.